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Thinking out loud

May 2, 2017

 

Als ich am Sonntag auf dem Rückweg von einer kleinen Skitour war sah ich in der Gondel kurz auf mein Telefon. Dort stand in einer Eilmeldung eines Nachrichtenportals

 

“Swiss machine” Ueli Steck killed in Mt. Everest. 

 

Im ersten Moment dachte ich, nein, das kann nicht sein. Ich fing an zu Recherchieren. Bisher hatte nur die Himalayan times darüber berichtet. Wie viele andere hoffte ich zunächst auf eine Falschmeldung. Innert der nächsten Stunde wurde ich eines besseren belehrt. Diese 8 Wörter waren Realität. 

 

Soweit so gut, mag man sagen, soweit so erwartbar. Ueli Steck war ein Mann der Extreme, ein Mann der seine persönlichen Grenzen stetig weiter verschob. Viele werden sich nun bestätigt fühlen, Bergsteigen ist eine Hochrisikosportart. Ein stetiges Spiel, bei dem der Einsatz das eigene Leben ist. Doch das Bergsteigen auf diese simple These zu reduzieren finde ich falsch. Alpinismus für mich ist mehr als nur das Suchen nach waghalsigen Linien, nach dem nächsten Kick. Es ist ein Lebensstil. 

Es geht vielmehr darum, die Landschaften und die Natur bewusst wahrzunehmen. Orte zu besuchen die sonst kaum ein Mensch als sehenswert wahrnimmt. Vor ein paar Jahren fiel mir der Spruch #collectmomentsnotthings vor die Füsse. Dieser Hashtag bringt für mich auf den Punkt, um was es geht beim Bergsteigen. Die materielle Welt zu verlassen und Dinge zu Sammeln, die wir für immer haben. 

Welche Risiken man dabei eingeht obliegt jedem selbst. Die Spielarten sind vielfältig, die jeweiligen Risiken sehr unterschiedlich. 

 

Ueli steck war was das Bergsteigen betrifft, ein Visionär. Die Art wie wir heute Bergsteigen gehen hat er aus meiner Sicht massgeblich mitbeeinflusst. Diese Visionäre braucht es, und zwar nicht nur beim Bergsteigen. Sehen wir uns zum Beispiel Elon Musk an. Er hat die Vision von elektrisch betriebener Mobilität, die auch für den Normalbürger erschwinglich ist. Dass ein elektrisch betriebenes Fahrzeug mehr als nur 62,5 Km schafft. Ihm werden weniger Menschen unterstellen, er sei ein Fanatiker oder getriebener Irrer als das einem Ueli Steck passiert. 

 

Was mich selbst überrascht hat, ist wie sehr mich der Tod dieses Menschen beschäftigt obschon ich Ihn nur während eines Vortrages einfach erlebt hat. Offensichtlich hat mich sein Tun mehr beeinflusst als mir das bewusst war. Wenn man nun Interviews liesst oder Videos sieht, so stimme ich Ihm in vielen Punkten überein. Bergsteigen ist immer mit einem Risiko verbunden, aber mit sorgfältiger Planung und richtiger Einschätzung seiner eigenen Fähigkeiten kann man dieses Risiko auf ein Minimum reduzieren. Und ich bin der Meinung, dass man Gefahren am Berg um ein vielfaches bewusster wahrnimmt, als im alltäglichen Leben. Lassen Sie mich das anhand eines Beispiels demonstrieren. Im Jahr 2016 konnte ich mir einen Traum verwirklichen. Zusammen mit einem Kollegen gelang es uns, das Finsteraarhorn, mit 4274m den Höchsten Berg des Kantons Bern der Schweiz zu besteigen. 2 Jahre hatte ich dieses Ziel im Kopf. Als ich das erste Mal diesen Berg vom Goms aus sah war mir klar, da wollte ich hinauf. Zunächst erwägte ich eine Besteigung mit einem Bergführer. Ich scheute jedoch die hohen Kosten und mit der Zeit kam ich mehr und mehr zu dem Schluss, dass die Besteigung eines Berges nur dann ehrlich ist, wenn man selbst die Fertigkeiten dazu hat. Lange Rede, kurzer Sinn. Am Samstag vor Ostern gelang dieses Projekt, am 27.03.2016. 

Eine Woche später, am 01.04.2016 Uhr fuhr ich mit meinem Fahrrad von der Arbeit nach Hause. Ohne Vorwarnung kam ein Auto von rechts, welches ich aufgrund von Bäumen nicht hatte sehen können. Trotz Vollbremsung landete ich auf der Motorhaube. Die Folge ein Bruch des rechten Schlüsselbeines. Vom ersten Tag überwog die Dankbarkeit, ein bisschen Pech und ich wäre Querschnittsgelähmt gewesen. Nur aufgrund einer kleinen Unachtsamkeit. In den Bergen wäre mir ein solcher Fehler nicht unterlaufen, ich hätte alles x-fach überprüft. Ich bin mit einem blauen Auge davon gekommen, aber auf der anderen Seite hat dies auch meine Sicht auf mein Handeln am Berg bestärkt. 

 

Die Nachricht vom Tod eines Mannes, den ich nicht kannte, der aber dennoch in gewisser Weise eine Identifikationsfigur war, führt mich jetzt erneut zurück, mein Handeln zu überdenken. Die Dimensionen von Risiken die ich bis heute eingegangen bin sind klar andere als bei Ueli Steck. Auf der anderen Seite betreibe ich ernsthaften Bergsport seit 3 Jahren und nicht seit 20. Aber dennoch stellt sich mir die Frage, inwieweit kann ich vor mir selbst verantworten, Skitouren in unberührtem Gelände alleine zu machen. Muss ich im Alleingang diesen oder jenen Grat klettern. Was treibt einem, mögen sich viele Fragen. Klar ist es der Kick, aber es ist mehr das Gefühl, sich bei einer Aktion, die für die meisten waghalsig erscheint, zu 1000% sicher zu fühlen. 

Bis heute kann ich mich stets auf mein Bauchgefühl verlassen. Nur wenn mir mein Gefühl sagt, ich darf dieses oder jenes tun, mache ich es auch. Beim geringsten Zweifel kehre ich um. Für mich ist das wichtigste, was man als Bergsteiger können muss, das Umkehren. "Know your limits" bringt es auf den Punkt. Egal welche Herausforderungen im Leben man sucht, man sollte seine persönlichen Grenzen kennen und diese auch respektieren. Und es gilt regelmässig überprüfen, wie weit man seine Risikobereitschaft nach oben geschraubt hat.

 

Erfolg verleitet.

 

Es gibt immer wieder Situationen, in denen man sich denkt, oh, das war knapp. Diese versuche ich nicht einfach so wegzuschieben. Es gilt diese zu reflektieren. Egal was wir tun, sei es auf einen Berg zu steigen, die Welt zu bereisen, Karriere zu machen, wir tun es um die Erinnerung, die Momente die wir erlebt haben zu geniessen. Um anderen davon zu erzählen, um das Leben zu”erleben”. Doch das können wir nur, wenn wir gesund zurückkehren. Nichts, egal was ist es wert dafür zu sterben. Kein Gipfel der Welt, kein sonstiges Ziel. 

 

Sich deswegen nun auf die Couch zu setzen finde ich den falschen Ansatz. Neugier ist in uns Menschen, sie treibt uns an und ermöglicht uns, neues zu erreichen. Über uns hinaus zu wachsen.

 

Ich zitiere gerne den Satz, den Roger Schäli einst auf einem Vortrag sagte. “Es gibt mehr menschen die Aufgeben, als solche die Scheitern. Wie man für sich selbst das Scheitern definiert sei jedem selbst überlassen. Aber ich für mich empfinde es als unglaublich bereichernd, Träume zu haben und diese auch umzusetzen versuchen. Ob es am Ende gelingt ist nicht das entscheidende, aber es gar nicht erst zu versuchen? Nevertryneverknow sagte mir einst der Guide am Gunung Rinjani, einem 3700m hohen Vulkan in Indonesien. 

 

In meinem Beruf als Arzt wird mir Tag für Tag vor Augen geführt, wie schnell sich das Leben ändern kann. Und das nicht aufgrund eines Unfalls bei einem waghalsigen Abenteuer. Krebs, Schlaganfall, Herzinfarkt verdrängen wir als etwas, das nur ältere oder eben die anderen Menschen betrifft. Mein Beruf lehrt mich leider etwas anderes. All diesen Krankheiten ist das Alter egal, Schicksalsschlägen ebenso. Es zählt nicht wie alt man ist, wie gesund man gelebt hat. 

Was aber zählt? Mitnehmen können wir alle nichts, das letzte Hemd hat bekanntlich keine Taschen. 

 

Erlebtes bleibt für immer. 

 

Schliessen möchte mich mit einem Appell zum Leben! Das Leben beginnt ausserhalb der Komfortzone. Wir können die Quantität unserer Lebenszeit nur begrenzt beeinflussen, in der Welt in der Wir Leben die Qualität jedoch sehr wohl. 

 

 

in Gedenken an Ueli Steck

 

 

 

When I was on the way back from a small ski tour on Sunday, I looked briefly at my phone in the gondola. There was an urgent message of a news portal:

 

"Swiss machine" Ueli Steck killed in Mt. Everest.

 

At first I thought, no, thats not possible. I started a research. So far only the Himalayan times had reported. Like many others, I initially hoped for a false message. Within the next hour I was taught a better one. These 8 words were real.

 

As far as so good, one may say, so far so expectable. Ueli Steck was a man of extremes, a man who constantly moved his personal boundaries further. Many will feel confirmed now, mountaineering is a high-risk sport. A steady game in which the mission is your own life. However, the mountaineering to reduce this simple thesis I find wrong. Alpinism for me is more than just looking for daring lines, after the next kick. It is a lifestyle.

Rather, it is about consciously perceiving landscapes and nature. Places that otherwise hardly a person perceives as worth seeing. A few years ago the saying #collectmomentsnotthings came to my feet. This hashtag brings to the point for me what it is about climbing. To leave the material world and to gather things that we have forever.

The risks involved are the responsibility of everyone. The playing styles are varied, the risks vary widely.

 

Ueli steck was a visionary about mountaineering. The way we go mountaineering today, he has influenced significantly from my point of view. These visionaries need it, not just for mountaineering. Let's look at Elon Musk, for example. It has the vision of electrically driven mobility, which is also affordable for the ordinary citizen. That an electrically operated vehicle makes more than 62.5 km. Not as many people will call him a fanatic or drunk than Ueli Steck.

 

What surprised me myself is the extent to which the death of this person has affected me, although I have experienced him only during a lecture. Obviously, his actions influenced me more than I was aware of. If you read interviews or watch videos, I agree with him in many points. Mountaineering is always at risk, but with careful planning and proper assessment of your own abilities, you can reduce this risk to a minimum. And I am of the opinion that one perceives dangers on the mountain much more consciously than in everyday life. Let me demonstrate this by an example. In 2016, I was able to realize a dream. Together with a colleague, we succeeded in climbing the Finsteraarhorn, at 4274m, the highest mountain of the Canton of Berne in Switzerland. 2 years I had this goal in mind. The first time I saw this mountain from the Goms was clear to me, I wanted to go up there. I first considered climbing with a mountain guide. But it seemed pretty pricy and over time I came to the conclusion that the climb of a mountain is only honest if one has the skills to do it. Long story, short sense. On Saturday before Easter this project succeeded on 27.03.2016.

A week later, on April 1, 2016, I took my bike home from work. Without warning a car came from the right, which I had not seen due to trees. Despite the brakes I landed on the hood. The result is a fracture of the right clavicle. From the first day, gratitude was predominant, a bit of bad luck, and I would have been paralyzed. Just because of a small carelessness. In the mountains, such a mistake would not be undermined, I would have checked everything x-fold. I got away with a blue eye, but on the other hand this has also strengthened my view of my actions on the mountain.

 

The news of the death of a man whom I did not know, but who was nevertheless, in some sense, an identifier, now leads me back to rethink my actions. The dimensions of the risks that I have dealt with today are clearly different from those of Ueli Steck. On the other hand, I have been doing serious mountain sports for 3 years and not since 20. But still the question arises, to what extent can I be responsible for myself, to make ski tours alone in unspoiled terrain. Do I have to soloclimb this or that ridge. What drives one to do so? Sure, it's the kick, but it's more of a feeling to feel 1000% safe with an action that seems daring to most.

To this day I can always rely on my gut feeling. Only when my feeling tells me that I can do this or that, I do it. At the slightest doubt in turn around.

For me, as a mountaineer the most important thing you have to be able to is to turn around. "Know your limits" brings it to the point. No matter what kind of challenges you are facing, you should know your personal limits and respect them. And it is important to check regularly how far the risk has been raised.

 

Success misleads.

 

There are always situations in which one thinks, oh, that was scarce. I do not try to push them away. It is to reflect this. No matter what we do, whether it's climbing a mountain, traveling the world, making a career, we're doing it to remember the moments we've experienced. To tell others about it, to "experience" the life. But we can do this only when we return healthily. Nothing, no matter what is worth dying for. No summit of the world, no other goal.

 

To stuck on the couch due to this I find the wrong approach. Curiosity is in us humans, it drives us and allows us to reach new. To grow beyond ourselves.

 

I would like to quote the sentence that Roger Schäli once said at a lecture. "There are more people who give up than those who fail. How to define failure for yourself is left to everyone. But I feel it is incredibly enriching for me to have dreams and try to implement them. Whether it is successful in the end is not the decisive, but not even ever try? Nevertryneverknow once told me the guide at Gunung Rinjani, a 3700m high volcano in Indonesia.

 

In my profession as a doctor, day by day I realize how fast life can change. And not because of an accident in a daring adventure. Cancer, stroke, heart attack, we displace as something that affects only elderly or even the other people. My profession unfortunately teaches me something different. All of these diseases do not matter the age, fate is the same. It does not matter how old one is, how healthy one has lived.

But what counts? We can not take anything with us, the last shirt has no pockets.

 

Experiences remain forever.

 

Close would like me with an appeal to life! Life begins outside the comfort zone. We can only have a limited influence on the quantity of our lifetime, in the world in which we live the quality however can bei influenced very well.

 

 

In memory of Ueli Steck

 

 

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