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Dufourspitze - Kalt und weit

April 3, 2019

Im Rahmen meines Herbstprojektes 2017 wollte ich die 7 Summits of the Alps besteigen. Aufgrund heftiger Schneefälle und abenteuerlichen Verhältnissen auf der Zugspitze, Vorder Grauspitz, Grossglocker sowie Triglav hatte ich eine Besteigung der höchsten Punkte der Schweiz sowie Frankreich gar nicht erst probiert. Zudem war für mich klar, dass Dufourspitze und Mont blanc nur mit Ski bestiegen werden. 

 

 

Lange Rede, kurzer Sinn, die Dufourspitze galt es noch zu erklimmen. Als ich Ende März einen Verhältniseintrag auf Gipfelbuch.ch sah, begann ich sofort die Tour zu planen. Umso gelegener kam mir, dass ich spontan bereits am Freitag frei machen konnte und somit den Gipfel am Samstag in Angriff nehmen konnte. Dies sollte etwas weniger Andrang bedeuten. Allerdings war die Monte Rosa Hütte aktuell geschlossen, dies würde etwas mehr Tragearbeit bedeuten, da so nur der Winterraum bleiben würde. 

 

L O S   G E H T S 

Nach der Ankunft in Zermatt und dem Marsch zur Talstation ging es zunächst hinauf aufs Klein Matterhorn. Ein surreales alpines Gewusel das an Heterogenität des Publikums kaum zu überbieten ist. Vom Modepüppchen in High-Heels bis zum hartgesottenen Alpinisten ist alles vertreten. Nach kurzem Fotoshooting auf der Aussichtsplattform machten wir uns auf den Weg Richtung Breithornplateau. Die Wolkenstimmung in Italien war unglaublich und bot eine imposante Kulisse bei der Abfahrt Richtung Schwarztor. 

 

 

“K L E I N E  Z U G A B E”

Bevor es jedoch Richtung Hütte gehen würde wollten wir noch den Pollux erklimmen um uns ein wenig zu akklimatisieren. Der Umweg war marginal und von den Aufstiegsmetern war der Aufwand überschaubar. 

Nach dem Skidepot wurden die ersten 200hm in leichtem Blockgelände erklommen. Begehungsspuren gab es dennoch zu Hauf, den Weg zu Verfehlen war schwierig. Dennoch gelang es einem Bergsteigerpärchen die Wegspur zu Verfehlen. Während diese ein lautstarkes Streitgespräch vollführten bahnten wir uns flink unseren Weg nach oben. Auf knapp 4000m gelangten wir schliesslich zur Fixkette. Die glatten Griffe gestalteten die Kletterei anspruchsvoller als ich erwartet hätte. Der nachfolgende Kamin und die Wand zum Gipfelplateau waren dennoch schnell gemeistert. Der Firngrat zum Gipfel war dann purer Genuss, die Wolkenstimmung in Italien war weiterhin fantastisch. 

 

 

Nach ein paar Fotos machten wir uns an den Abstieg, die Kettenpassage seilten wir ab und erreichten rasch das Skidepot. 

 

S C H W A R Z  T O R 

Die Schwarztor Abfahrt ist sicher eine der bekanntesten Abfahrten in Zermatt. Durch die Nordseitige Exposition findet sich immer wieder Pulver, dennoch ist eine umsichtige Routenwahl angebracht, führt die Abfahrt doch durch stark zerklüftete Gletscherabbrüche. Auch bei uns galt es den ein oder anderen Abgrund zu umfahren, das Panorama und die Kulisse sind jedoch umwerfend. 

 

 Ü B E R R A S C H U N G 

Nach dem Auffellen machten wir uns auf den Weg Richtung Monte Rosa Hütte, die Wegstrecke ist doch länger als gedacht, doch mit guter Spur geht es dennoch zügig und nach einer Stunde erreiche ich die Aussichtsterasse der Hütte, die gut gefüllt ist. Ich bin etwas unsicher, denn die Info war ja, die Hütte sei geschlossen. Ich male mir schon die Nacht im Winterraum (12 Schlafplätze…) aus, doch auf Nachfrage erfahre ich, dass die Hütte doch geöffnet ist. Grund war eine kaputte Wasserleitung die nun jedoch repariert wurde. Zwar hatten wir so unnötig viel Gepäck geschleppt, dafür würde es jedoch einigermassen erholsamen Schlaf geben, das würde nicht schaden für die 1900m Aufstieg vom nächsten Tag. 

 

 M Ü Ü Ü D E 

Der Wecker klingelt um 02:50 Uhr, da soll noch einer sagen Alpinismus hätte keine masochistischen Züge… 

Nach ausgiebigem Frühstück treten wir um 03:50 Uhr vor die Hütte und wackeln in die dunkle Nacht hinaus. Dank guter Spur lässt sich der Weg kaum verfehlen, bis zum Gletscher hinauf leisten die Harschesten kurzzeitig gute Dienste. Ab 3500m schlafe ich regelmässig fast ein. Die Höhe und die wenigen Schlafstunden der letzten Wochen fordern ihren Tribut. Dennoch kommen wir gut voran und befinden uns bei Sonnenaufgang bereits auf 3800 Metern. Die Stimmung ist bombastisch, Bilder bringen mehr als Worte… 

 

Nach rund 3:45 erreiche ich das Skidepot, der Wind auf dem Gletscher hatte beim Aufstieg meine Zehen ziemlich eingefroren, doch das Gefühl war vorhanden, von daher würde das schon in Ordnung gehen. Um die Handwärmer und die dicken Handschuhe war ich jedoch beim Aufstieg schon äusserst froh gewesen.